Kohärente Atmung
Langsames, rhythmisches Atmen mit etwa fünf bis sechs Atemzügen pro Minute kann zu mehr Ruhe beitragen und die Selbstregulation fördern.
Musik führt den Atem – und der Atem wird zum Weg zu mehr Ruhe und Selbstregulation. Die Herzratenvariabilität (HRV) kann dabei sichtbar machen, wie Ihr Nervensystem auf diese Form der Atmung reagiert.
Musik führt den Atem – und der Atem wird zum Weg zu mehr Ruhe und Selbstregulation. Die Herzratenvariabilität (HRV) kann dabei sichtbar machen, wie Ihr Nervensystem auf diese Form der Atmung reagiert.
Die Verbindung von Musik und Atmung bildet seit vielen Jahren einen Schwerpunkt meines fachlichen Interesses. Aus dieser intensiven Auseinandersetzung entwickelte sich mein Angebot der musikgeleiteten kohärenten Atmung.
Es verbindet die gezielte Nutzung von Musik mit bewusstem Atmen sowie mit Erkenntnissen aus der Atemforschung und der Funktionsweise des autonomen Nervensystems. Ziel ist es, die Selbstregulation zu unterstützen.
Langsames, rhythmisches Atmen mit etwa fünf bis sechs Atemzügen pro Minute kann zu mehr Ruhe beitragen und die Selbstregulation fördern.
Ergänzend biete ich Herzratenvariabilitätsmessungen (HRV) mit differenzierter Auswertung an, um die Wirkung der Methode individuell sichtbar zu machen.
Die Methode ist grundsätzlich leicht erlernbar, im Alltag eigenständig anwendbar und kann an persönliche Präferenzen angepasst werden.
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Atemübungen gelten als eine etablierte Methode zur Förderung von Entspannung, Stressreduktion und allgemeinem Wohlbefinden. Studien belegen ihre Wirksamkeit im Hinblick auf die Regulation des autonomen Nervensystems und die Förderung psychophysiologischer Balance (Ma et al., 2017; Steffen et al., 2017; Nestor 2020).
Beobachtungen aus meiner musiktherapeutischen Praxis zeigen jedoch, dass es vielen Personen schwerfällt, sich auf Atemübungen einzulassen. Das stille, nach innen gerichtete Erleben kann als unangenehm empfunden werden, und der bewusste Fokus auf den Atem oder den eigenen Körper ist bei manchen Menschen aufgrund belastender Erfahrungen in der Vergangenheit erschwert. Dies kann den Zugang zu einem Zustand tiefer Entspannung hemmen.
In der musiktherapeutischen Praxis zeigt sich jedoch auch, dass Musik einen unterstützenden Einfluss bei Atemübungen haben kann (Fuchs et al., 2018; Erkkilä et al., 2021). Die Einbindung musikalischer Strukturen in die Atemarbeit kann eine Brücke zwischen innerer Körperwahrnehmung und äußerem Klang schaffen: Die Aufmerksamkeit verlagert sich dabei von der bewussten Atemkontrolle hin zum Hören und zum musikalischen Erleben. Musik kann somit die Hemmschwelle zur Teilnahme an Atemübungen senken, den Entspannungsprozess erleichtern und die emotionale Zugänglichkeit erhöhen.
Empirische Studien zeigen, dass langsames, rhythmisches Atmen mit etwa 5–6 Atemzügen pro Minute, häufig als Resonanzfrequenz- oder kohärente Atmung bezeichnet, mit einer signifikanten Erhöhung der Herzratenvariabilität einhergeht; die Befunde werden in mehreren Übersichtsarbeiten zusammengefasst (Pagaduan et al., 2019; Lehrer & Eddie, 2014; Sevoz-Couche, 2022). Diese Atemfrequenz stimuliert die vagale Aktivität und unterstützt die parasympathische Regulation des autonomen Nervensystems (Lehrer, Gevirtz, & Vaschillo, 2020; Ehrmann, 2023). Eine erhöhte HRV gilt als Indikator für eine verbesserte emotionale Regulation, Stressresilienz und psychophysiologische Flexibilität (Laborde, Mosley, & Thayer, 2017; Thayer & Lane, 2009).
Die Forschung zur Resonanzfrequenzatmung zeigt damit einen klaren Zusammenhang zwischen kontrollierter langsamer Atmung, erhöhter HRV und adaptiver Stressbewältigung. Musik könnte diesen Prozess unterstützen, indem sie als rhythmischer Taktgeber für die Atmung dient und gleichzeitig emotionale Entspannung begünstigt (Metzner et al., 2024; Fuchs et al., 2018; Bernardi et al., 2006).
Die Kombination von Musik und kohärenter Atmung, im Folgenden als musikgeleitete kohärente Atmung (MKA) bezeichnet, stellt somit einen niedrigschwelligen und ästhetisch ansprechenden Zugang zur Atemarbeit dar. Musik fungiert dabei als strukturierender und emotional regulierender Rahmen, der die Motivation zur Übungspraxis erhöhen kann. Diese Methode ist grundsätzlich leicht erlernbar, im Alltag eigenständig anwendbar und kann im Rahmen der Musiktherapie an individuelle musikalische Präferenzen sowie an die jeweiligen physiologischen Voraussetzungen angepasst werden.
Im präventiven Kontext kann das Verfügen über eine einfache Strategie zur Selbstregulation - insbesondere bei Stressbelastung und Anspannung - von besonderem Wert sein. Beobachtungen aus der kontinuierlichen Praxis der MKA legen nahe, dass regelmäßiges Üben die Selbstwahrnehmung verfeinern kann, sodass Zustände erhöhter Anspannung früher erkannt und durch bewusste Atemregulation gezielt beeinflusst werden können.
Im therapeutischen Setting erscheint MKA als geeignete Intervention zur Entwicklung selbstwirksamer Regulationsstrategien, deren eigenständige Anwendung und Festigung im Verlauf angestrebt werden kann. In der Nachsorge könnte die wiederholte Kopplung von Atemrhythmus und individuell passender Musik dazu beitragen, dass sich ein innerlich abrufbares Regulationsschema etabliert. Die verinnerlichte musikalische Struktur könnte dabei als Referenzrahmen genutzt werden, um auch ohne äußeren Klangreiz regulierend auf Anspannungszustände einzuwirken und Entspannung selbstständig zu fördern.
Die Musik zur Atemübung
Für die musikgeleitete kohärente Atmung habe ich „Resonance Wave – 6 Breaths per Minute“ eigens komponiert.
Die Musik orientiert sich an einem ruhigen und gleichmäßigen Atemrhythmus von etwa sechs Atemzügen pro Minute und führt sanft durch die Atemübung. Sie kann sowohl als Begleitung zur Übung als auch unabhängig davon als Entspannungsmusik gehört werden.
Die konkrete Durchführung der Atemübung sowie mögliche individuelle Anpassungen werden im Rahmen einer gemeinsamen Einheit vermittelt und auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt.
Das folgende Video bietet die Möglichkeit, die Musik kennenzulernen und einen ersten Eindruck von diesem Ansatz zu gewinnen.
Angebot
Dauer einer Einheit
Kosten
Als eigenständiges Angebot oder im Rahmen einer musiktherapeutischen Begleitung.
Mindestens zwei Termine.